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Philósophos - Φιλόσοφος 
im Eingangsbereich zur Stadtbibliothek Amberg, 2007.

 

Der Philosoph sucht nach der Weisheit, fragt denkend nach ihr, möchte Freund ihr sein, will sie finden, erkennen durch Überlegung und mag sehen, nicht allein gespaltenes Wissen schöpfen, das möglicherweise gar nichts mit dem, über das zu wissen man sich wähnt, zu schaffen hat und völlig getrennt von jenem einzig in Gedanken sich faßt, aber zumindest nur vage oberflächlich, fragmental und allemal ungenau und somit falsch über jenes, das betrachtet, bedacht wird, sich erstreckt, sondern sucht nach wahrer Erkenntnis durch Denken, Überlegung, Abwägung möglichst vieler Beobachtungen - geistige, wie auch körperliche - die nicht in praktischer Sachkenntnis nur gipfeln sollen, sondern im Erkennen dessen, was und warum wie ist, nicht in Einzelheiten, nicht zerteilt, sondern ganz und zusammenhängend, wobei ihm ein Fünklein jenes Lichtes, das ihn selbst erschaffen, in sein Leben strahlen, seinem Denken leuchten möge, das ewiger Wahrheit zeitlos entfließt und Welt und Dinge zeugt, Gedanken ins Denken spiegelt, ins Denken, das so winzig staubt im All. Was also ist ein Gedanke?

Willst du ihn greifen, erfassen; magst du ihn halten? Nicht ist er Körper. Ist er Ding oder Stoff? Woher kommt er, so daß er dich beseele, so daß er vollbringe, dich zu lenken in Handeln und Schaffen? Was tut, was bewirkt er, wenn er, gestaltlos selbst, gestalten will, wenn er ohne dich zu greifen dich ergreift? Welche Substanz ist ihm eigen?

Er verändert dich, selbst unverändert, einzig - falls man glaube, er selbst wandle oder vermöge zu wenden sich in seinem Wesen, bedenke man also, daß es neuer oft vieler derartiger bedarf, welche ihn nicht umordnen, dies gar nicht vermögen, vielmehr jenen verwerfen und selbst neu an dessen Platz sich setzten, vielleicht auch gar einnisten, wo seine Heimstatt gewesen, jenen entfernen - wohin, wohin nur? - vielleicht dorthin, woher er gekommen; er der ohne Leib schlich ins Sinnen sich der geistig selbst Leibliches bewegt, der körperlos Körperliches beseelt, Körperliches veranlaßt, treibt, zwingt zur Tat.

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